Sehnsucht nach Lebendigkeit
Leben ist Bewegung. In unserer „westlichen Welt“ verstehen wir Bewegung überwiegend extrovertiert, nach außen hin gerichtet. Wollen wir uns seelisch aber Gutes tun, die Seele behandeln, sie heilen, benötigen wir die Bewegung nach innen.
Nicht nur die Psychoanalyse, sondern bereits zuvor die Hypnose sowie die östlichen Meditationen, haben uns gelehrt, wie heilbringend die Bewegung nach innen ist.In unserer Lebensbewegung segeln wir im Bild betrachtet quasi gegen den Wind. Wir müssen immer wieder die Richtung wechseln, um auf Kurs zu bleiben - die Lebensbewegung betrachten wir dialektisch. Sie lässt sich zwischen zahlreichen Polen verstehen, so auch zwischen den Polen aktiv-passiv, schlafen und wachen, bewußt - unbewußt, innen (Introversion) und außen (Extroversion).
Im Autogenen bewegen wir uns nach innen. Der Augenschluß, der Blick nach innen, die Erinnerung, ergeben mehr als nur das Auffinden der Vergangenheit. Es ist eine Bewegung: wir lösen uns aus einer nach außen gerichteten Fixierung. Wir begegnen uns selbst. Und das im Körperlichen verankert, im Zustand der Trance. Schultz nannte es „Körper-Selbst-Beseelung“.
Selbstverständlich gehört Mut dazu, wenn wir die Reise nach Innen antreten, wenn wir los-lassen. Im Ergebnis kommt es dazu, dass wir auf diesem Wege eine Entwicklung nehmen: dabei begegnen wir unseren Wünschen, dem Begehren, Ängsten aber auch unseren Widerständen und Sicherungstendenzen, in jedem Fall dem Unbewußten und dem Selbst.
Es geht immer auf und ab. In unserer Lebensbewegung durchqueren wir sowohl das Hochgefühl, wie auch das herabgesenkte Persönlichkeitsgefühl, das wir so bereitwillig den „Depressionen“ zuordnen. Nur wenn wir in einem Zustand feststecken, uns also nicht mehr dialektisch fortbewegen, fühlen wir uns krank.
Unsere Bewegung nach innen beginnt damit, dass wir die Augen schließen. Also mit dem Augenschluß.